Fahrradtor Istanbul 2004
15 Stunden Ausruhen im Nachtzug -
Einfahren durchs flache Ungarland - abenteuerliche Herausforderung durch die rumänischen Berge - gemütlich von Badepausen unterbrochen entlang des Schwarzen Meeres - Ziel: Weltmetropole Istanbul
Da wir bereits einmal die Strecke bis Košice (deutsch Kaschau, zweitgrössten Stadt der Slowakischen Republik) mit dem Rad gefahren sind , haben wir auf diesen Teil - von Franzkovske Lázne (deutsch Franzensbad- CZ) bis Košice - den Nachtzug benutzt. Dann haben wir Ungarn gequert, die wunderbaren rumänischen Karpaten zu durchradelt und in Bulgarien der Schwarzmehrküste bis nach Istanbul gefolgt. (Das letzte Stück per Bus.) Es war unsere erste “Große” Radtour mit Tandem. Leider war unser Fotoapparat defekt, so dass ich mit einen geborgten noch originalverpackten 50-Euro-Allesselbereinstellenden los radeln. Da Carmen ein Tagebuch führte, ist unser Urlaubsbuch sehr ausführlich und emotionsbelastet. Den “Ersten Tag” werde ich auszugweise hier einstellen, und wer mehr über unseren Urlaub lesen möchte, kann sich die PDF-Datei herunterladen, um dann ohne Onlinekosten (oder auch in Etappen) den 32-seitigen Bericht zu lesen. 1.Urlaubstag Samstag, den 07.08.2004 Wir starten unsere diesjährige Radtour bei herrlichem Sommerwetter direkt von zuhause aus in Wirsberg. Erstmals sind unsere Kinder (16 und 17 Jahre) nicht mehr dabei. So kehren wir nach 17 Jahren zum Ausgangspunkt zurück und radeln wieder zu zweit. Und das macht auch wieder Spaß! Das Tandem steht bereits zwei Tage fertig bepackt in unserer Garage, so gut vorbereitet waren wir ja noch nie. Wir haben sogar schon eine Probetour zum „Fahrrad Wirth“ nach Stammbach gemacht, wo noch ein paar Feineinstellungen vorgenommen wurden. Seit Mai sind wir Tandembesitzer und sind bisher 760 Kilometer (Wochenendtouren in der benachbarten Fränkischen Schweiz und Tagestouren hier im Frankenwald) damit geradelt. Einmal waren nach einer Abfahrt die Bremsen so heiß, dass ein Mantel geplatzt ist. Wir sorgen wir uns: Wird das Tandem den Belastungen standhalten? 164 kg Körpergewicht + 18 kg Tandem + 8 kg Hänger (BOB) + 30 kg Gepäck summieren immerhin sich auf 218 kg. Wir haben das Rad gebraucht gekauft mit angeblicher 1500 km gefahrenen Kilometern. Die Mängel stellten wir erst später fest. Neue Tretlager, neue Mäntel, ein neuer Werfer und neue Gewindehülsen mussten eingebaut und die Schaltung repariert werden. Ein neues Tandem wäre billiger gewesen als das gebrauchte Rad nach den Reparaturen. Außerdem wurde das Rad auch erst in der dritten Werkstatt (Fahrrad – Wirth) wirklich zufrieden stellend repariert.
9 Uhr fahren wir los. In Stammbach gibt uns Herr Wirth noch einen Satz Bremsschuhe und paar Müsliriegel mit und machte ein Foto von uns. Als wir losfahren fragt ein vorübergehender Mann den Herrn Wirth, wer wir sind. Und ich höre noch wie er sagte: „Die fahren jetzt nach Istanbul.“
Istanbul – das klingt wirklich fern. So richtig glauben wir nicht, dass wir es bis dahin in zweieinhalb Wochen schaffen, vor allem weil wir den Weg über die rumänischen Gebirge nehmen wollen.
Von Stammbach aus radeln wir mit herrlichen Rundblicken den Frankenwald - Höhenweg nach Zell und weiter nach Sparneck. Wir sind gleich in der richtigen Urlaubsstimmung und treten freudig in die Pedalen. Unsere Kinder haben wir leichten Herzens zurückgelassen. Sie werden schon allein zu Recht kommen. Wir haben nicht einmal ein Handy mitgenommen. Ich glaube, ein Handy gefährdet jede Urlaubsstimmung und das Gefühl von Freiheit. Keiner weiß, wo wir sind, und auch wir wissen nicht, ob wir wirklich nach Istanbul fahren oder ob wir unterwegs die Planung völlig ändern. Ins Schwitzen kommen wir hinauf ins Waldsteingebirge (780 m ü. NN). Nach rasanter Abfahrt (Bremsen wollen wir ja vermeiden) rasten wir am Weißenstädter See, gehen baden und essen den mitgenommenen Kartoffelsalat.
Auf leicht bergiger Strecke radeln wir gemütlich nach Schirnding und werden an der Grenze nach Tschechien gleich durch gewunken. Wir essen wenige Minuten später in Pomezni am Stausee auf der schattigen Terrasse Mittag.
Dann fahren wir zügig über die Schnellstraße Richtung Cheb weiter, wegen dem breiten Randstreifen ist das aber recht angenehm.
In Franzensbad (90 km) kehren wir im „Zameck“ (zu deutsch „Denkwarte“) ein. Hier am ehemaligen Aussichtsturm sitzen wir in der schattigen Laube und essen Eisbecher, denn unser Zug nach Kosice soll erst viereinhalb Stunden später fahren. Wir trödeln also rum.
Zwei Stunden vor Zugabfahrt sind wir am Franzensbader Bahnhof, ich will noch die 20 – Kronen – Tickets für die Räder kaufen, bevor wir Geld tauschen und Verpflegung für die Fahrt einkaufen. Am Schalter gibt mir die ältere Frau unfreundlich Auskunft: „Fahrrad – nein!“. 3 Minuten später gehe ich noch mal hin und bohre weiter. Wir haben ja schon die Fahrkarten und Liegewagenkarten für den Zug um 19.30 Uhr. Endlich bequemt sich die Frau zu der Auskunft: „Fahrrad – nein! Schienenersatzverkehr Plana – Marinanske Lazne.“
Nun kommt bei uns Hektik auf: 5 Minuten später schieben wir das knapp 4 m lange Tandemhängergefährt in die Vogtlandbahn und fahren bis Cheb.
...... und weiter lesen im Gesamtbericht (pdf ca. 2 MB)
|