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Fahrradtour Frankreich 1999

Inhalt:
Vorbemerkung 0. / 1. Tag (Sonnabend, den 7.8.99) 50 km 2. Tag (Sonntag, den 8.8.99) 55 km 3. Tag (Montag, den 9.8.99) 100 km 4. Tag (Dienstag, den 10.8.99) 50 km 5. Tag (Mittwoch, den 11.8.99) 72 km 6. Tag, (Donnerstag, den 12.8.99) 85 km 7. Tag (Freitag, der 13.8.99) 56 km 8. Tag 9. Tag (Sonntag, den 15.8.99) 50 km 10. Tag Montag, den 16.8.99) 11. Tag (Dienstag, den 17.8.99) 12. Tag, (Mittwoch, den 18.8.99) 13. Tag (Donnerstag 19.8.1999) 14. Tag (Freitag, den 20.8.99) 66 km 15. Tag (Sonnabend, den 21.8.99) 68 km 16. Tag (Sonntag, den 22.8.99) 70 km 17. Tag (Montag, den 23.8.99) 60 km 18. Tag (Dienstag, den 24.8.99) 80 km 19. Tag (Mittwoch, den 25.8.99) 21. Tag (Freitag, den 27.8.99)
Vorbemerkung
Unser Kinder sind nun 11 und 12 Jahre und schon richtig groß. Unser Ziel ist das Mittelmeer, allerdings fahren wir mit dem Auto bis Genf. Hier wird gepackt, die Räder sind bald fertig und los geht’s. .... Nach 10 Tagen erreichen wir das Mittelmeer und genießen unseren Ruhetag beim Baden. Zurück, mit kräftigen Gegenwind kämpfend, erreichen wir nach herrlichen Tagen den Genfer See - aber wo stand gleich das Auto? - Viele Eindrücke haben uns den Parkplatz vergessen lassen.
0. / 1. Tag (Sonnabend, den 7.8.99) 50 km
Di rekt von der Arbeit aus fahren wir Freitagmittag los Richtung Frankreich und kommen zügig auf der Autobahn voran.
Wegen Gewitter (Wetterleuchten?) bauen wir keine Zelte auf, sonder schlafen in der Schweiz im Carport einer Klinik.
8 Uhr erreichen wir Coppet am Genfer See. Nach 2 Stunden sind die Fahrräder abfahrtsbereit bepackt. Die Sonne sticht schon (über 30°C), als wir uns auf die Räder schwingen. Die Fahrt nach Genf ist nicht anstrengend, aber wegen dem starken Verkehr wenig angenehm. Ohne großen Aufenthalt durchfahren wir Genf, indem wir uns nach der Beschilderung „Annemasse" halten. Am Ortsausgang biegen wir rechts nach Yeyrier ab und passieren die schweizerisch - französische Grenze, ohne die Ausweise auszupacken.
Nun beginnt die große Bergauffahrt von 30 km, herrliche Alpenblicke versüßen sie. 150 Höhenmeter fahren wir nach Monnetier versehentlich zu weit hoch. Die Fahrt bei der Hitze und dem Sonnenschein bereitet mir Übelkeit, und wir müssen wegen mir immer wieder im Schatten rasten.
Nun geht es an dem „Mont Saleve" (ein langgezogener Bergkamm mit artenreicher Flora) entlang ständig bergan. Dabei verbrauchen wir viel Wasser und Martina drei Tafeln Schokolade.
Bei einer freundlichen französischen Familie, die uns wegen unserer Fahrt bestaunt und applaudiert, versorgen wir uns mit Wasser.
Endlich geht es bergab. Malerisch liegt da kurz vor Cruseilles, von Wald umrahmt, ein kleiner Bergsee, in dem Martina und ich gleich baden. Als Uwe kurze Zeit später baden will, wirft ein Angler absichtlich nach ihm die Angel aus. Später bemerken wir, dass das Schwimmbad 70m weiter oberhalb liegt, und es sich hier nur um einen privater Fischteich handelt. Gutgelaunt kochen wir uns am See Kartoffelsuppe und bauen in der Dämmerung das neue Bikeszelt hinter dem Waldrand auf.
Abends trinken wir noch einen Schluck Sekt und streicheln einen rotgestreiften Kater, die sich der Streichelhand entgegenwirft.
Uwe ärgert sich, dass die Hydraulikbremse an seinem nagelneuen Fahrrad kaputt ist (Ölverlust).
2. Tag (Sonntag, den 8.8.99) 55 km
T rotz schwerem Gewitter (Blitzfolge in weniger als einer Sekunde) und stundenlanger Niederschläge schlafen wir gut. Dass wir 9.10 Uhr ohne Frühstück starten, gefällt Martina noch weniger als ihr harter Fahrradsattel, der sie sehr quält. Zum Glück geht es nur bergab auf der N 201. An den „Ponts de la Caille" überqueren wir auf einer alten imposanten Hängebrücke eine Schlucht mit nahezu senkrecht abfallenden Wänden. Am Ortseingang von der Großstadt Annecy frühstücken wir im Mc Donnels - Garten, doch betreten wir wegen 4 Kaffees und 3 Kakaos und Toilettengängen den Mc Donnels 15 mal. Zuletzt bitten wir dort um Salz zum Makkaronikochen, man versteht uns aber erst, als Uwe die chemische Formel aufscheibt.
Annecy entpuppt sich als Stadt mit bezauberndem Ambiente, die uns gleich in ihren Bann zog. Die alten Häuser und engen Gassen, Wasserstraßen wie in Venedig und die Lage am tiefblauen, klaren „See de Annecy" sind faszinierend. Nach einem Stadtbummel folgen wir an der rechten Seite des Sees einem super angelegten Radweg und finden eine hübsche Liegewiese zum Baden, Kochen und Ausruhen, um die heißen Mittagsstunden zu überstehen. Der See ist sehr reizvoll, denn die von hier sichtbaren Berge ragen fast 2000 m über die Wasseroberfläche hinaus.
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17 Uhr setzen wir unsere Fahrt fort. 30 Minuten später haben wir Frischwasser gefaßt, die Kinder haben sich auf dem Trampolin ausgetobt, und Martina hat ihre neuen Radhandschuhe verbummelt. Nach 20 km endet der schöne Radweg am See entlang, und vom Himmel fallen spaßeshalber ein paar Regentropfen, die auf der heißen Haut verdampfen. Wir fahren auf einer kleinen Straße parallel zur N508 und überqueren diese in Fayerges. Zwei Kilometer weiter hinauf, am Ortseingang von Dons - St -Comombe (ein kleines Dorf inmitten einer großartigen Alpenkulisse) links, fragt Uwe einen Milchbauern, ob wir auf der Wiese campen dürfen. Das kostet mir beim Fotografieren einen Stromschlag am Kuhzaun. Markus sucht für den Abendtee einige Pfefferminzplanzen, als er nach 15 Minuten stolz mit den Kräutern wiederkommt, zeigen wir ihm den riesigen Pfefferminzstandort direkt neben dem Zelt.
3. Tag (Montag, den 9.8.99) 100 km
Uwe folgt den bagettholenden Nachbarn und holt auch Bagetts, die Bäuerin spendiert frische Milch dazu. Wir frühstücken inmitten der herrlichen Berge, deren Gipfel z. T. mit Schnee bedeckt sind. 8.15 Uhr brechen wir auf. In Marlens treffen wir auf die vielbefahrende N 508, aber dank abgetrennter Radwegspur und breiter Straße kommen wir recht angenehm und zügig nach Albertville. Albertville, uns von den Olympischen Winterspielen ’92 vom Namen her bekannt, bietet uns endlich Gelegenheit zum Geldtauschen. Die Fahrradläden haben Montagvormittag leider alle zu, aber Uwe ruft per Handy den „Fahrrad - Schmitt" in Plauen an und fragt, was er mit der kaputten Bremse machen soll. Er muß die Bremsschrauben nachziehen und sich neues Bremsöl versorgen, sagt man ihm. Im breiten Isèretal folgen wir der wenig befahrenen D 925 links des Flusses, wechseln dann in Gresy die Flußseite und fahren auf der D201 weiter. Die Straße unterhalb der Zweitausender des Massives de la Chartreuse, die kantig über uns einen würdigen Anblick bieten, ist landschaftlich sehr schön, aber wegen der hügeligen Strecke und der vorherrschenden Hitze etwas anstrengend. Immer wieder erfreuen uns die sprudelnden Brunnen, die schon beim Anblick abkühlend wirken. Wie erfrischend ist es erst, die heißen Glieder hinein zu tauchen und das köstliche Wasser zu trinken! Von Montmelian fahren wir gleich weiter nach Francin und auf der D2 (kleine Straße) nach Chapareillan. Dort rasten wir am Sportplatz. Auf der dicht befahrenen, aber schnurgeraden, leicht abfallenden N 90 kommen wir danach rasch voran. Ein See mit dem wohlklingenden Name „Lac de Terasse" wird angekündigt. Das könnte doch ein hübscher Übernachtungsplatz sein! Aber die Pfütze an der Autobahn gefällt uns gar nicht, und 30 DM wollten wir für diesen Campingplatz nicht bezahlen. Nach einer mit unserem DDR - Benzinkocher zubereiteten Nudelterrine und einem Bad fahren wir noch 2 km weiter und zelten in einem Maisfeld. Es ist sehr schwül, und in der Nacht geht ein solch schweres Gewitter herrunter, daß Uwe im Vorzelt naß wird.
4. Tag (Dienstag, den 10.8.99) 50 km
Wir stehen 7 Uhr auf, und sofort hört der stundenlange Regen auf. Wir erleben eine wahre Schneckeninvasion. Die Schleimtiere kleben zu Hunderten überall, an Taschen, Zelt, Fahrrad, Helmen... Wir fahren auf der D 523 Richtung Grenoble. Unterwegs frühstücken wir an einem Brunnen mit frischgebrühten Kaffee und knusprigen Bagetts. Um 9.45 Uhr erreichen wir die Großstadt Grenoble. Es ist Zeit für einen Stadtbummel. 14 Uhr soll Uwes Bremse fertig repariert sein, 17 Uhr ist das Rad aber erst fertig, und wir werden dafür auch noch 80 DM los.  Durch Grenoble verfahren wir uns mehrmals und haben die Stadt gründlich satt. Als wir endlich die Stadt hinter uns haben und in die Berge kommen, geht es uns gleich wieder besser, obwohl es ab jetzt nur noch bergauf geht. In Eybens biegen wir von der D5 auf die ruhige D 112 ab. In Haute Jarrie fehlt die Beschilderung, und wir verfahren uns. Ein Franzose weist uns den Weg, indem er mit dem Auto vornweg fährt. So erreichen wir das Dractal (D 529) und kommen noch ein paar Kilometer vorwärts. Uwe, unser Sprachgenie (er kann Schulrussisch), wird bei einem abgelegenen Haus um Camperlaubnis vorgeschickt, und es klappt auch gleich. Im Dämmern bauen wir unser Zelt auf und essen noch eine tschechische Beutel - Gulaschsuppe auf der Gartenbank.
5. Tag (Mittwoch, den 11.8.99) 72 km
Wir radelten durch ständig wechselnde Alpenlandschaften und vielen Dörfern mit einladenden Brunnen sanft ansteigend bergauf. Ein Kilometer rechts von uns im Tal liegt malerisch die angestaute Drac, deren Lauf wir folgen. Nach Kartenbetrachtung hatte ich geglaubt, daß wir in diesem Stausee baden könnten. Welch ein Irrtum! Mehrere hundert Höhenmeter trennen uns von ihm. Wir fahren auf einen Höhenkamm des Drac, über mit Feldern bedeckten Hochebenen, durch aufregende Engpässe, über eine tiefe Schlucht, zerfurchte Berghänge, saftige Weiden, Felswüsten und Wildbäche. Wir haben schon ganz die heutige Sonnenfinsternis vergessen, aber die durch Aluminiumbrillen schauenden Leute erinnern uns daran. Auch herrscht eine ganz eigenartige Stimmung vor, es ist kälter als normal und das Licht ganz diffus. Unterwegs leihen wir uns dreimal Brillen und schauen zur immer mehr verdeckt werdenden Sonne. Als wir dann eine Brille geschenkt bekommen, rasten wir bei La Mure auf einem Feld und beobachten von Strohballen aus den Höhepunkt der Sonnenfinsternis. Da unsere Fahrt seit über 50 km bergauf geht, kommen uns die wenigen Geradeausfahrten wie eine Bergabfahrt vor. Schließlich erreichen wir die D 937, welche zum Paß führt. 1445 m hoch soll der Paß sein, doch noch immer passieren wir Dörfer statt die Baumgrenze. Endlich, es dämmert schon, kommt der Paß in Sicht. Uwe fragt an einem der letzten Grundstücke um Zelterlaubnis, und es klappt gleich. Wir zelten auf einer schönen Wiese, der Brunnen (=Fontain) ist auch gleich daneben. Die vier Hunde stören uns auch nicht weiter. Schon im Dunkeln, erstmals mit langen Sachen bekleidet, denn hier oben ist es doch frisch, löffeln wir noch unsere Suppe, bevor wir in die Schlafsäcke kriechen.
6. Tag, (Donnerstag, den 12.8.99) 85 km
Leider sind die Alpengipfel in Wolken verhüllt, trotzdem freuen wir uns, als wir nach 3 km Fahrt den Paß (1441 m) erreichen. Nach einem „Paßfoto" rollen wir hinunter ohne viele Kurven durch ein schmales, grünes Tal, da kann man mal es so richtig rollen lassen (max. 71,3 km/h). Lei der ist es Markus wieder übel, die Jägerwürstchen scheinen wirklich nichts für ihn zu sein. Im Tal wechseln wir auf die D 20. Auf einer besonders kleinen und ruhigen, ja verlassenen Straße, geht es durch bewaldete Berge bergan, immer den Flußlauf der Drouzit folgend, bis wir diesen verlassen und in die offene Berglandschaft steigen. Ein zweiter Alpenpass ist unser Zeil. Der Anstieg erfolgt fast unbemerkt, da wir von einem netten radelnden Holländer begleitet werden und viel zu erzählen haben. Auf dem höchsten Punkt (1142 m), dem Col de Espereaux, rasten wir und genießen den herrlichen Blick über die vulkanartig aussehenden, kahlen Berge. Die Abfahrt (14 km) ist sehr kurvenreich und landschaftlich ein Leckerbissen, da wir direkt in die Provence hinunterrollen. Schließlich erreichen wir das Durancetal und folgen zunächst dem Kanal. In Monetier-Allemont wollen wir uns etwas zu essen kaufen oder uns sogar mal Essengehen leisten, aber das Dorf liegt bei der Hitze im Mittagsschlaf, nur der Dorfbrunnen spendet Wasser. Also rasten wir an einer Apfelplantage, kochen Suppe und essen gepflückte Pflaumen.
Wir radeln auf einer kleinen Straße weiter durch endlose Obstplantagen an der Durance abwärts. Abkühlung verschaffen uns die Apfelberegnungsanlagen, unter die wir hinwegfahren. Am Nachmittag erreichen wir Sistron (6600 Einwohner). Sisteron gilt als Tor der Provence. Die sehenswerte alte Stadt mit der Burg ist hübsch hergerichtet. Es ist angenehm kühl in den engen Gassen (Fußgängerzone), denn die Stadt steht schattig zwischen Felswänden, durch die der Wind zieht. Tief unten rauscht die Durance. Nach einem Stadtbummel leisteten wir uns draußen in einer belebten Gasse den Einkehr in eine Pizzeria.
Kurz vor der Dämmerung verließen wir die Stadt flußaufwärts der Durance folgend. 8 km weiter fragt Uwe einen Obstbauern bei einem einsamen Gehöft um Camperlaubnis (links der N85), und bald standen unsere Zelte unter den Apfelbäumen gerade noch rechtzeitig vor der vollen Dunkelheit.
7. Tag (Freitag, der 13.8.99) 56 km
Natürlich gibt es auch hier wieder einen Brunnen für unsere Morgentoilette. Das Euter der Ziege gleich neben unserm Übernachtungsplatz schleift fast bis zur Erde. Nach einem üppigen Frühstück mit Schockoladenbagetts fahren wir los. In der ersten Stunde kommen wir 20 km voran. Besonders sehenswert sind die Felsen vor Les Mees (Rochers des Mees), die der Sage nach versteinerte Mönche darstellen, die vom Teufel mit hübschen Mädchen verführt wurden und nun zur Strafe büßen müssen. Die gelblichen, ca. 50 m hohen Felsen stehen zum Teil frei.
So schnell wir zunächst voran kamen, so plötzlich kam ein längerer Aufenthalt. Martina hat die Schaltung verbogen bei dem Versuch, bei laufender Fahrt die abgesprungene Kette wieder aufzuziehen. Uwe repariert über eine Stunde, bis es wieder einigermaßen zu schalten geht. Inzwischen ist es sehr heiß geworden, weit über 35°C. Am Fluß Asse wollen wir rasten, aber die Fluß ist fast vollständig ausgetrocknet. In den wenigen Wassertümpeln tummeln sich noch zahlreiche Fische.
Wir ruhen einige Stunden in einer verwunschenen, schattigen Ecke, nur Markus schweift umher und beobachtet Zikaden, Eidechsen, Schmetterlinge, Fische. 17 Uhr ist es zwar noch immer heiß, aber wir machen uns an den Anstieg auf des Plateau de Valensole (569 m). Trotz sieben Prozent Steigung sind wir nach 30 Minuten oben und haben einen herrlichen Ausblick auf die Alpen und das Duracetal. Hier oben gibt es viele (schon abgeerntete) Lavendelfelder. Wir inhalieren die Lavendelduft und die Kinder reiben sich sogar die T - Shirts mit Lavendelblüten ein. Üppig tragende Brombeersträucher laden zum Schmausen ein. Auf hügliger Strecke erreichen wir das bekannte Parfümdorf Valensole. In einem schönen Terassencafè essen wir Eis und lassen unsere Einkaufstüte mit den Lebensmittelm von einem Straßenhund anpinkeln. 5 km radeln wir auf dem Plateau bei herrlichem Sonnenuntergang weiter und finden bei der ersten Anfrage ein nettes Übernachtungsplätzchen mit Lavendelduft in einem parkähnlichen Garten. In der Dunkelheit duschen wir uns nackt mit dem Gartenschlauch. Leider wirft Markus Martinas Rad um, wobei ein Stück von Martinas neuem Profihelm abbrbricht.
8. Tag
m M orgen haben wir gleich eine 15 km lange Abfahrt nach Monosque. Dort bekommt Uwe einen neuen Adapter für seine Radschuhe, denn er hat eine Schraube verloren. Auf der hügligen grünen Straße (D 6) mit südlichem Flair (Mandelbäume, Pinien, Zikadenlärm) ist es bei der Hitze recht anstrengend zu fahren. Beim Bauern kaufen wir zwei kleine Melonen. Endlich kommt der Badesee „Etang de Bonde" in Sicht, herrlich im Wald gelegen, aber schon etwas ausgetrocknet. Noch nie hat ein Bad uns so erfrischt! Wir ruhen einige Stunden aus, baden viel, kochen was Schönes. Erst nach 17 Uhr radeln wir (noch immer ist Hitze) weiter. In Cururon findet gerade ein Kunstmarkt rund um den plantanengesäumten Dorfteich statt. Nach dem interessanten Aufenthalt radeln wir weiter nach Cadenet, wo wir noch Verpflegung einkaufen. Weiter geht es mit der D 943 über die Durance und vorbei am Kanaleinspeisbecken durchs Grüne Richtung Rognes. Bei einem leicht verwahrlostem Grundstück zwischen den Weinfeldern fragen wir um Zelterlaubnis. Abends essen wir Spaghetti. Unser Schlaf in der duftenden Thymianwiese wird von zwei (nicht angenehmen) Hunden („Weißbauch" und „Spitznase") bewacht.
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9. Tag (Sonntag, den 15.8.99) 50 km
In Rognes kommen wir an ein Brunnenhaus, dass mit seinen großen Becken wohl früher als Waschhaus diente. Nun baden wir darin und seifen uns ab, wenn auch Markus mit Gewalt zu hygienischen Maßnahmen gezwungen werden muß. 
Frische, duftende Bagetts bekommen wir selbst heute am Sonntag zu kaufen. Die D 543 führt uns weiter über die sehr schöne (aber etwas beschwerliche) Chaine de la Trevaresse und die stark befahrene N 2 nach Equilles, das auf einem weiteren Höhenzug liegt. Dann rollen wir hinunter in die wunderschöne alte Hauptstadt der Provence, nach Aix - en - Provence. Genau am Rondell mit dem großen figurengeschmückten Brunnen stellen wir die Räder ab und unternehmen eine Stadtbummel über die plantanengesäumten Boulevards. Bei der größter Mittagshitze radeln wir weiter. Auf der D 64 und D 543 fahren wir Richtung Süden (Mittelmeer). Unterwegs schneiden wir uns zwei Melonen vom Feld. An einem kleinen See mit vielen Wasservögeln und Fischen machen wir Halt und flüchten einige Stunden aus der Sonne. Nachdem wir Markus einen Schiefer erfolgreich herausoperiert haben, fahren wir weiter, um einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden, was hier kurz vor Marseilles schwierig zu sein scheint. Die Anwohner sind hier schon zu reich, ihre Häuser zu villenmäßig. Trotzdem klappt es bei der zweiten Anfrage. Wir zelten in dem großen Grundstück eines älteren Ehepaares und werden noch mit Tomaten und Melonen aus dem Garten versorgt. Der Hund auf dem Grundstück ist zu alt, um uns Angst zu machen.
10. Tag (Montag, den 16.8.99)
Beschenkt mit Melonen, Salat und Tomaten radeln wir an den großen Hafenanlagen vorbei in die Millionenstadt Marseilles. Wir schlenkern durch die Fußgängerzone und besichtigen die alte Hafenanlage mit dem dichten Mastenwald. Unsere Furcht, daß uns von den Rädern etwas geklaut wird, war bisher unbegründet. In der größter Mittagshitze verlassen wir die Stadt und radeln am Meer entlang ostwärts. Unterwegs haben wir noch schöne Ausblicke auf Marseilles, auf das Meer und auf die Gefängnisinsel, die durch den „Graf von Monte Christo" berühmt wurde. Nun wird es anstrengend, denn auf Serpentinen geht es in der glutheißen Sonne steil bergauf zum „Col de la Genesti". Uwe und Markus finden die Fahrt herrlich, für mich ist es eine Schinderei. Die „Männer" müssen lange oben warten, bis ich ankomme, denn ich habe teilweise das Rad geschoben.
Aber jetzt geht es bergab durch eine reizvolle Landschaft! Zur Linken haben wir den Chaine de Saint - Cyr und zur Rechten das Massiv de Puget. Wir sausen durch felsiges, mit Rosmarin und anderen Sträuchern und „Schirmkiefern" bewachsenes Gelände abwärts. Lachend schauen wir auf die uns entgegenkommenden, sich abquälenden rotgesichtigen Radfahrer. An der Küste bilden die Felsen fjordartige Buchten heraus, die Calanques, die aber oft nur zu Fuß oder per Boot erreichbar sind. Steil radeln wir in die Urlauberstadt Cassis hinab, deren Stand in so einer Calanques am Mittelmeer liegt. Ein Zeltplatz am Wasser gibt es leider nicht, so daß wir in einer 2 km entfernten Bucht unser Lager aufschlagen. Doch um in diese schöne Calanques zu kommen, muß Uwe die Räder die Steilküste hinunter tragen. Doch zunächst sehen wir uns den belebten Urlauberort mit den schönen Gassen, Straßencafès, Budiken und alten Fischereihafen an und gehen am übervölkertem Strand baden, hören abends afrikanische Trommelmusik und Legenden des Puppenspielers von Mexiko (einem Weltenbummer, der träumt in die Mountains zu kommen, dessen Geld aber gerade für die nächste Flasche Wein reicht), mit dessen Husky „Max" Markus und Martina herumrennen.
11. Tag (Dienstag, den 17.8.99)
Wir haben gut geschlafen mit noch paar Jugendlichen am Stand. Heute ruhen wir nur aus, sonnen und baden. Nachmittags gehen wir in die Stadt und trinken einen Kaffee, der sich als Kakao outet. An der Post treffen wir den „Puppenspieler von Mexiko" wieder, der um Kleingeld bettelt.
Abends, bei Sonnenuntergang und Zikadenmusik, trinken wir eine Flasche einheimischen Rotwein und schlafen gut am Strand zwischen abgeräumten Felsbrocken, beim Klang des rauschenden Meeres, über uns die Sterne.
12. Tag, (Mittwoch, den 18.8.99)
Wir bleiben noch einen Tag in der herrlichen Mittelmeerbucht, baden und sonnen uns, gehen im Ort spazieren.
13. Tag, (Donnerstag, den 19.8.99) 101 km
Bereits 6 Uhr stehen wir auf und packen unsere Sachen. Zusammen mit dem Müllauto verlassen wir durch eine „verbotene Ausfahrt" die Bucht. Nun strampeln wir hinauf zu einem kleinen Paß (Pas de Befille), von dem wir noch eine letzte schöne Aussicht auf das Mittelmeer genießen konnten. Leider fühlt sich Martina unwohl, und sie muß sich übergeben. Im nächsten Dorf machen wir deshalb Rast und essen frische Hörnchen. Bald geht es Martina besser. Nun folgt eine schöne Abfahrt nach Aubagne. In Auriol leisten wir uns ein Eis.
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Am späten Mittag erreichen wir Aix. Aix, die alte Hauptstadt der Provonce, haben wir schon bei der Hinfahrt kennengelernt. Kaum zu glauben, daß seitdem erst ein paar Tage vergangen sind! Wir unternehmen einen Stadtbummel, und ärgern uns sehr, daß Markus erst 45 Minuten nach der ausgemachten Zeit zum Treffpunkt kommt. Nun führt die Fahrt auf einem kleinen Gebirge entlang, den Equilles. Wir haben schöne Aussichten. Abends erreichen wir die größere Stadt Salon. Es ist noch Zeit für einen Stadtbummel. Schöne Ladenstraßen ziehen sich unterhalb der imposanten Burg entlang. Ein bewachsener Sandsteinbrunnen gefällt uns besonders. Da es schon dämmert, müssen wir nun schnell einen Schlafplatz finden. Aber in dem Tal ist alles voller Steine, denn es ist das frühere Flußtal der Duance. Schließlich zelten wir bei einem Kanal. Da ist es ruhig, aber voller Mücken. Wir fliehen nach dem Zeltaufbau gleich ins Zelt. Uwe verankert das Zelt noch gut und wird vielmals gestochen. Doch das Verankern war bitter nötig, denn in der Nacht kommt ein starker Wind auf.
14. Tag (Freitag, den 20.8.99) 66 km
Wir radeln durch die Randgebiete der Großen Crau. Verbrannte Stämme zeugen von vergangenen Waldbränden. Rosmarien und Thymian und andere Sträucher haben sich schon wieder angesiedelt. Auf einem Zeltplatz duschen wir uns und müssen dafür 72 Fr. berappen. Da waschen wir auch gleich noch unsere Wäsche! Einen Schreck gibt es, als plötzlich ein grasgrüner Frosch zum Überlauf des Waschbeckens rausguckt! Nun geht es hinauf in die Alpilles, bei Hitze und „Bauchwind" ist das ziemlich anstrengend. Von Les Baux - de - Provence haben wir einen herrlich Ausblick auf die weiten Ebenen der Großen Crau, aus der wir kommen. Les Baux gilt als schönstes Dorf der Provence und hat jährlich ca. 1 Million Besucher. Die Zufahrtsstraße ist bereits zugeparkt, und der große Touristenstrom hält uns von einer Besichtigung ab. In der Höhe wacht, farblich mit dem Fels verwachsen, die Burg. Überall sind Höhlen aus der Zeit des Kalksandsteinabbaus zu sehen. Wir besuchen die „Cathetrale der Bilder". Hier hat in einem verlassenen Kalksteinbergwerk ein Künstler einen 360 m langen Weg geschaffen, in dem man durch virtuelle Bilder (Dias) mit passender Musik durchschreitet. Auf einer Anhöhe machen wir bei herrlichem Blick auf Beaux (Beaux liegt auf einem gewaltigen exponierten Felsplateau.) Mittagspause und trocknen unsere Wäsche. Dabei geht Martinas (einziges) Handtuch verloren. Vom Rastplatz aus gelangt man in einen romantischen Weinkeller, der in einem ehemaligen Kalksandsteinsteinbruch untergebracht ist. Von der Mittagshitze kommt man in Sekunden in angenehme Kühle. Wir trinken dort Kaffee und kaufen auch nach einer Weinprobe eine Flasche Wein. Nun gibt es eine steile, kurvenreiche Abfahrt durch die felsenreichen Alpilles. Wir müssen auch an einem Unfall vorbei, wo ein Pferdehänger verunglückt ist und eben die Pferde geborgen werden. Auf der vielbefahrenen N 570 kommen wir häßlich bei Gegenwind und Abgasmief nach der bekannten Stadt Avignon. Die Altstadt ist von einer guterhaltenen zinnengekrönten Stadtmauer umgeben, zu der wir, nachdem wir die breite Rhone überquert haben, überraschend gelangen. Wir durchfahren die Stadtmauer bei einem kleinen Tor und irren durch die kleine Gassen. An einer Kirche parken wir die Bikes und werden gleich von einem Einheimischen vor Dieben gewarnt. Als muß einer von uns immer Wache stehen, besser gesagt vom Staßencafè aus ein Blick auf die Räder haben. Wir spazieren durch die Gassen und kommen zu einem großen Platz, wo ein Pantomime begeistert. Leider kommt Markus wieder 30 Minuten zu spät zum Treffpunkt zurück, so daß es wegen aufkommender Dunkelheit für die ausgeschilderte Stadt - Rad- Rundfahrt zu spät ist. Aber wir entdecken noch den riesigen Papstpalast, dessen gotische Fassade mit ihren Türmen und Zinnen an eine Festung erinnert. 1309 bis 1417 lebte hier der Papst in Exil, aber nicht gerade ärmlich. Wir drehen ein paar Ehrenrunden auf dem Marmorplatz vor dem Palast.
Wo sonst dürfen unsere Räder auf so edlem Untergrund fahren?
Von der Rhonebrücke genießen wir einen letzten Blick auf Avignon bei der untergehenden Sonne. Nun radeln wir vorbei an der Burg von Villeneuve, aber heute haben wir schon so viel gesehen, daß wir kaum noch hinblicken. Außerdem muß ein Übernachtungsplatz gefunden werfen. Uwe stellt fest, daß wir den ganzen Tag nicht so schnell fahren wie abends, wenn der Übernachtungsplatz gefunden werden muß. Wir finden ein schönes Plätzchen an einer Birnenplantage. Gleich neben unserem Zelt hängen die saftigsten Birnen, und weil sie außer uns keiner abnimmt, hört man aller paar Minuten eine runterfallen. Auf der anderen Seite des Zeltes hängen die reifen Feigen herunter. Auch hier dachte niemand ans Ernten, viele liegen schon unten. Bereits 6 Uhr stehen wir auf und packen unsere Sachen. Zusammen mit dem Müllauto verlassen wir durch eine „verbotene Ausfahrt" die Bucht. Nun strampeln wir hinauf zu einem kleinen Paß (Pas de Befille), von dem wir noch eine letzte schöne Aussicht auf das Mittelmeer genießen konnten. Leider fühlt sich Martina unwohl, und sie muß sich übergeben. Im nächsten Dorf machen wir deshalb Rast und essen frische Hörnchen. Bald geht es Martina besser. Nun folgt eine schöne Abfahrt nach Aubagne. In Auriol leisten wir uns ein Eis.
Am späten Mittag erreichen wir Aix. Aix, die alte Hauptstadt der Provonce, haben wir schon bei der Hinfahrt kennengelernt. Kaum zu glauben, daß seitdem erst ein paar Tage vergangen sind! Wir unternehmen einen Stadtbummel, und ärgern uns sehr, daß Markus erst 45 Minuten nach der ausgemachten Zeit zum Treffpunkt kommt. Nun führt die Fahrt auf einem kleinen Gebirge entlang, den Equilles. Wir haben schöne Aussichten. Abends erreichen wir die größere Stadt Salon. Es ist noch Zeit für einen Stadtbummel. Schöne Ladenstraßen ziehen sich unterhalb der imposanten Burg entlang. Ein bewachsener Sandsteinbrunnen gefällt uns besonders. Da es schon dämmert, müssen wir nun schnell einen Schlafplatz finden. Aber in dem Tal ist alles voller Steine, denn es ist das frühere Flußtal der Duance. Schließlich zelten wir bei einem Kanal. Da ist es ruhig, aber voller Mücken. Wir fliehen nach dem Zeltaufbau gleich ins Zelt. Uwe verankert das Zelt noch gut und wird vielmals gestochen. Doch das Verankern war bitter nötig, denn in der Nacht kommt ein starker Wind auf.
15. Tag (Sonnabend, den 21.8.99) 68 km
Zum Frühstück gibt es Müsli mit frisch gepflückten Birnen und Feigen. Wir radeln durch die berühmten Weinberge der Cotes du Rhone. Nach 20 km erreichen wir die Kleinstadt Orange und lehnen die Räder an eine große, leere Wand. Erst von der anderen Seite entpuppt die kahle Wand ihre Bedeutung: sie ist die einzig vollständig erhaltene römische Bühnenwand eines antiken Theaters. Ein grandioses Bauwerk! Über 100 m breit und 36 m hoch steht sie vor der riesigen Zuschauertribüne, sie ist begehbar und wurde Jahrhunderte zweckentfremdet als Wohnraum genutzt. Jetzt ist das Theater ein Museum, wird aber noch zu Aufführungen genutzt. Wir sehen uns alles an, aber Markus muß bei den Fahrrädern bleiben zur Stafe, weil er immer zu spät zum Treffpunkt kommt. Nach der Besichtigung und Stärkung mit Bagettes stehen wir im Stau, an dem wir wegen der Straßenenge nicht vorbeikommen. Ursache ist das enge Stadttor, das mit den römischen Schlachtmotiven auch sonst eine Attraktion ist. Endlich geht es auf die ruhige D 117. Wir überqueren auf schöner Strecke ein kleines Hügelgebiet, das Ausblicke auf die jenseits der Weinfelder liegenden Mittelgebirgskämme bietet.
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170°-Ansicht
In Unaux halten wir auf einem Rastplatz Mittagsruhe nach üppigem Spaghettiessen. Ein schönes, ursprüngliches Dorf lädt uns ein zu einer Radrundfahrt und Schloßbesichtigung, wo wir vom Hotelboy verjagt werden. Na, wie Hotelgäste sehen wir wirklich nicht aus. Bei lähmenden Gegenwind geht es nun bergauf. In einem Dorf ist gerade ein Fest, eine Pause kommt uns gerade recht. Wir essen Crepes und sehen dem in Frankreich so beliebten Kugelspiel zu. Beim Weinbauern lassen wir uns die große Fantaflasche voll Rotwein füllen, das kostet weniger als Mineralwasser im Laden. Bei weiter anhaltendem Gegenwind passieren Grigon mit der mächtigen Burg, und Uwe süffelt immer schon an der Fantaflasche. Wir kommen an sauber angelegten Eichenwäldern vorbei. Ein Mann klärt uns auf, daß hier Trüffel angebaut werden. Die Fantaflasche ist wird immer leerer, Uwe immer lustiger. Wir bauen unser Zelt in einem Trüffeleichenwald neben einer Brombeerhecke auf und leeren die Fantaflasche unter dem stürmischen Sternenhimmel mit der Hoffnung, daß bis zum Morgen der Wind aufhört, oder noch besser, um 180° dreht.
16. Tag (Sonntag, den 22.8.99) 70 km
Wir essen bei stürmischen Wind Frühstück und stürzen und dann verzweifelt in den Gegenwind. In den ersten 40 Minuten kommen wir so ganze 5 km voran. Da trösten auch nicht die schönen Lavendelfelder, an denen wir vorbeikommen und der famose Blick auf die Berge. Endlich kommt eine steile Abfahrt (6% auf 4 km), wo wir auch ohne Treten bei dem Gegenwind runterrollen können. Unten im Dorf stärken wir uns im Garten eines Cafés mit Hörnchen und Kaffee und trotzen dann dem Gegenwind bergauf auf eine bewaldete Hügelkette. Von St. Martin geht es schnurgerade durch offene Felder und dann steil 6 km bergauf zu einem kleinen Kamm. Bis Crest haben wir eine 12 km lange, sanfte Abfahrt, die uns aber der Gegenwind verdirbt. Da kommen uns zwei Radfahrer entgegen. Wir strampeln bergab und die fahren ohne zu treten bergauf! Anzuerkennen ist, daß sie uns nicht ausgelacht haben, aber gelächelt haben sie. In Crest steht auf einem Felsen hinter dem Fluß eine mächtige Festung. Wir essen einem Freiluftlokal teuer und nicht allzu gut und nicht allzu viel Mittag. Satt werden wir nur, weil wir zufällig neben dem Beistelltisch mit den Baggettes sitzen. Wir ruhen uns am Flußufer aus und kommen dann zügig auf der allerdings vielbefahrenen D 538 voran. Unterwegs ernten wir saftige Nektarienen und essen kleine Melonen mit rosa Fleisch. Im Abendrot fahren wir ins Zentrum von Chabeuil. Noch mehr als das Stadttor und das kleine Schloß gefällt uns dort eine Fassade eines Hauses, die mit wirklichkeitsgetreu wirkenden Fenstern, Menschen und einem Fahrrad bemalt ist. Nun heißt es Schlafplatz suchen. Einmal werden wir unfreundlich abgewiesen. Doch dann sehen wir ein einzeln stehendes Anwesen aus Naturgestein mit Blick auf die Rhoneebende zur Linken und der Seealpen zur rechten Seite. Uwe geht hin und grüßt den Mann mit seinen neuen Französischkenntnissen „Bonjour, Madame!" Die Leute waren sehr freundlich und die Frau konnte gut deutsch sprechen. Wir dürfen zelten, auch duschen und etwas trinken. Abends wurden wir zu köstlichen Wein (der aus dem steinigen Tal stammt, welches wir durchquert haben) eingeladen.
17. Tag (Montag, den 23.8.99) 60 km
Wir werden freundschaftlich verabschiedet und eingeladen, mal für ein paar Tage wiederzukommen. An üppig vollhängenden Obstplantagen vorbei fahren wir nach Romans, und weiter auf der D 538 zügig 30 km voran. Am „Lac Charrnes", einem wunderbar angelegten, aber fast menschenleeren Badesee, genießen wir den schönen Tag. Für Radfahrer, welch Überraschung, ist der Eintritt sogar frei. Erst 18 Uhr fahren wir weiter. Noch 30 km kommen wir durch ein abwechslungsreiches grünes Hügelgebiet, daß viele schöne Ausblicke bietet, voran. Wir zelten ruhig zwischen Mais und Birnen. Aus Resten (halbes Päckchen Nudeln, 1 Päckchen Gulaschsuppe, Ketchup) gibt es eine wohlschmeckende Suppe. Die Nachspeise ist neben dem Zelt zu ernten.
18. Tag (Dienstag, den 24.8.99) 80 km
Heute fahren wir schon 8 Uhr los, allerdings haben wir nichts mehr für ein Frühstück da. Darü
ber ist besonders Martina traurig. Im nächsten Ort (Kleinstadt Beaurepaire) hauen wir 12 Buttercroisons rein. Nach 3 km auf der D 519 Richtung Osten wechseln wir auf die D 51 und radeln 50 km durch leicht hügelige, abwechslungsreiche Landschaft, wobei uns besonders die hübschen weißen Kirchen auffallen. In einer größeren, in der Mittagshitze verlassen scheinenden Stadt, la Tour - du - Pin, unternehmen wir einen Stadtbummel. 2 km nach dem Ort rasten wir unter einem Nußbaum neben einem Misthaufen, die Hitze ist einfach unerträglich. Wir kochen Makkaroni. Der Rastplatz neben der Straße ist häßlich, doch wissen wir da noch nicht, daß wir 2 km später an einem schönen See vorbei kommen werden. Wir verbrauchen alle unsere Getränke, können aber am nächsten Laden nachkaufen und uns ein bißchen bei einem Eis abkühlen. Zum Abkühlen lädt auch ein romantisches, leicht beschädigtes Brunnenhaus mit Goldfischen ein, daß Markus garantiert renovieren würde, wenn er da wohnen würde. Weiter radeln wir nach Pont - de - Beuavoisin und halten schon nach einem Schlafplatz Ausschau. Wir werden bei unserer Anfrage von einer Frau ganz unfreundlich abgewiesen, dürfen aber dann direkt beim Nachbarn, einem Bauern, auf einer schönen Wiese im wundervollen Bergpanorama zelten. Da schmeckt dann auch das unterwegs gekaufte Rotweinfläschchen.
19. Tag (Mittwoch, den 25.8.99)
Eine Frau aus dem Nachbarhaus kommt zu uns und bietet uns an, bei ihr zu duschen. Das lassen sich Martina und ich nicht zweimal sagen. Das ist doppelt angenehm: Zum einen duschen wir uns ausgiebig, und zum anderen ist alles fertig gepackt, als wir wieder aus dem Haus kommen. Im nächsten Ort kaufen wir reichlich Verpflegung und fahren dann die 10 km zum idyllisch gelegenen Bergsee „Lac de Aiguebelette". Am Strand sollen wir Eintritt bezahlen, aber dürfen unsere Räder nicht mit rein nehmen. Das lehnen wir ab und fahren weiter und finden auch noch einen Strand ohne Fahrradverbot. Im kristallklaren Wasser baden wir ausgiebig, wir machen uns Konserven warm, kochen Kaffee und sonnen uns, bis gegen 17 Uhr die größte Hitze nachläßt. Ein paar Kilometer geht es bergauf, dann kommt eine 18 km lange wunderschöne, kurvenreiche Abfahrt auf der D 921 durch ein bewaldetes Tal. Die Kleinstadt Yenne mit ihrem hübschen Marktplatz gefällt uns. Wir entschließen wir uns spontan, das preiswerte Menü zu probieren. Natürlich sitzen wir draußen am Brunnen, studieren das abendliche Dorfleben und hauen kräftig rein. Aus Vorspeise gibt es einen großen Salat mit Tomaten, Thunfisch und Ei und Baguette, wir lassen uns noch Baguetten nachreichen. Dann gibt es einen riesigen Teller mit einem gar nicht so lecker aussehenden Gemisch aus Hackfleisch, Auberginen und Tomaten. Es war aber überaus köstlich, zweimal müssen wir Baguetten nachholen. Danach folgt noch eine leckere Nachspeise aus Naturjoghurt mit Zucker. Dazu munden Rotwein, bzw. Limonade.
Vollgestopft fahren wir weiter, nun müssen wir erstmals im Dunkeln das Zelt aufbauen. Zum Glück finden wir rasch eine hübsche apfelbaumbestandene Wiese zwischen einem Maisfeld. Der Mais ist riesig, wohl 3 m hoch, wir können unsere Fahrräder daran lehnen. Wir schlafen nach einer Flasche Wein gut trotz genmanupulierter Nachbarschaft.
20.Tag
Fehlt!
21. Tag (Freitag, den 27.8.99)
Heute geht es wie den Kindern versprochen, wenn die gesamte Tour geschafft ist, in den Europaparkt. Vorher wird noch Verpflegung eingekauft, dann stürzen wir uns in den Trubel des Freizeitparkes. Den Kindern gefällt es so sehr, daß sie später zunächst mehr vom Europapark als von der Radtour erzählen.
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